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Herzerkrankungen
Cardiomyopathien
Herzkrankheiten
bei Katzen wurden erstmals in den 80er Jahren festgestellt.
Folgende Herzerkrankungen (Cardiomyopathien) sind bisher bekannt :
DCM
Bei
DCM sind die Herzkammern und Vorhöfe ausgeweitet,
der Herzmuskel ausgedünnt.
Vor
allem Siamesen, Burma und Abessinier sollen betroffen sein,
(noch nicht wissenschaftlich erwiesen),
wobei die Krankheit in jeder Altersklasse beobachtet wird.
DCM wird aber vor allem bei jungen Tieren gefunden.
Wird eine DCM nachgewiesen, bleiben dem Tier im Normalfall nur noch wenige
Monate.
RCM
Die RCM entsteht durch Narbengewebe im / am Herz.
Es wird
vermutet, daß RCM durch entzündliche Prozesse entsteht.
Die Prognose ist sehr schlecht, betroffene Tiere entwickeln meist innerhalb
3-6 Wochen massive Herzbeschwerden und sterben.
ICM
Unter
ICM werden Herzerkrankungen zusammen gefasst,
die nicht definitiv als HCM, DCM oder RCM diagnostiziert werden können.
HCM
Bei
der HCM sind die Herzkammerwände verdickt.
Die Vererblichkeit der HCM wurde auch bei Katzen untersucht
und nachgewiesen.
Hauptsächlich soll die Europäische Kurzhaarkatze
- also die Hauskatze betroffen sein.
Eine Rassedispositionen gibt es außerdem für Maine Coon, Perser,
BKH und Norwegische Waldkatze.
Es fiel eine Geschlechtsdisposition auf - ca. 65%-85% der erkrankten Tiere
sind männlich.
Die Diagnose kann anhand der Herztöne, einer Messung der Herzschlagzahl,
durch eine Röntgenuntersuchung oder durch ein EKG gestellt werden.
Das beste Diagnostik erfolgt durch eine Farbdoppler-Ultraschalluntersuchung
- hierbei kann das Herz sehr genau vermessenn werden.
Die Hinterwand der Herzkammer ist im Normalfall 5 mm dick, eine Dicke
von 6 mm kann bereits auf eine HCM hinweisen.
Ist ein Tier "HCM positiv" getestet, ist es sehr wichtig, Faktoren
auszuschließen, die HCM-ähnliche Symptome verursachen. (Schilddrüsenüberfunktion,
Wachstumshormonstörungen, Bluthochdruck).
Die Prognose bei HCM betroffenen Tieren mit entsprechender Medikation
und leichter HCM : ca. 5 bis 6 Jahre, in schweren Fällen wenige Monate.
Durch das testen auf HCM reduzieren wir das Risiko mit Katzen zu züchten
die das Gen tragen, leider gibt es zwar keine 100% ige Sicherheit, aber
es ist ein kleiner Anfang, womit wir versuchen den Kampf gegen diese Krankheit
anzusagen.
Hoffen wir gemeinsam das die Forschung bald neue Erkenntnisse zeigt.
HCM
(HYPERTROPHE CARDIOMYOPATHIE):
Cardiomyopathien
sind krankhafte Veränderungen des Herzmuskels, die die Pumpleistung
des Herzens beeinträchtigen.
In fortgeschrittenem Stadium führen diese Veränderungen zu tödlicher
Erkrankung des Tieres oder zum plötzlichen Tod durch allgemeines
Herzversagen oder Thrombosen.
Sobald äußere Symptome auftreten, ist es erfahrungsgemäß
bereits zu spät, um die Lebensqualität und Lebensdauer der erkrankten
Katze noch entscheidend zu beeinflussen.
Die Lebenserwartung liegt dann noch bei einem halben Jahr oder deutlich
darunter.
Schätzungen gehen davon aus, dass 10-15 % unserer Katzen von Cardiomyopathien
betroffen sind .
SYMPTOME
UND ENTSTEHUNG:
Unabhängig
von der Ursache haben alle Formen der Cardiomyopathie die gleichen Symptome:
Atemnot, Appetitlosigkeit, Flüssigkeitsansammlungen in Brustkorb
oder Lungen.
Auch Bewegungsunlust oder Lähmungen können als Folge verringerter
Durchblutung oder der schon erwähnten Thrombosen auftreten.
Obwohl die Symptome generell eine Folge der verminderten Herzleistung
sind, müssen zwei verschiedene Formen unterschieden werden.
Bei der dilatativen Cardiomyopathie (DCM) ist der Herzmuskel dünner
und schlaffer als normal, was die unzureichende Pumpleistung verursacht.
Als Ursache gelten altersbedingte Herzklappenfehler sowie Taurinmangel,
der beim heutigen Futterangebot eigentlich nicht mehr auftreten dürfte.
Die hypertrophe Cardiomyopathie (HCM) hingegen ist durch eine zu dicke
Herzwand gekennzeichnet. Hier ist also nicht die Pumpleistung, sondern
das geringere Volumen der Herzkammer das primäre Problem.
Bei erkrankten Katzen wurden schon Herzwandstärken von 11 mm gemessen;
das ist etwa das Doppelte dessen, was maximal als normal anzusehen ist.
Das Wichtigste ist jedoch die Tatsache, daß HCM in den meisten Fällen
ererbt ist.
Es gibt einige wenige Grunderkrankungen, die zu den gleichen Symptomen
führen: Aortenverengung, Bluthochdruck, Schilddrüsenüberfunktion
und Akromegalie.
Die hierdurch entstehende HCM führt auf Dauer jedoch zu DCM, d.h.
zu einer Erschlaffung des Herzmuskels.
Sind die hier aufgeführten Erkrankungen durch entsprechende Untersuchungen
ausgeschlossen, ist von einer erblich bedingten Ursache auszugehen.
GENETIK:
Zunächst
das Erfreuliche: HCM ist autosomal dominant erblich, d.h. es gibt keinen
rezessiven Erbgang, der, über Generationen unbemerkt, plötzlich
für böse Überraschungen sorgt, und auch keine geschlechtsgebundene
Vererbung.
Ein Tier ohne Befund ist gesund und nicht Träger der Krankheit; ein
erkranktes Tier hat mindestens einen Elternteil, der Symptome aufweist,
und vererbt die Krankheit.
Das ist leider nur die reine Lehre und deshalb wird es jetzt etwas komplizierter.
Beim Menschen wurden bisher über 100 Mutationen von 7 Genen gefunden,
die für HCM verantwortlich sind.
Diese Mutationen verändern die Proteinstruktur der Muskelfasern des
Herzens, was die Verdickung der Herzwand verursacht.
Der
Wirkungsgrad dieser Mutationen auf das Krankheitsbild ist unterschiedlich.
Die Krankheit tritt zwar immer auf, wenn sie genetisch vorhanden ist (vollständige
Penetranz), die jeweiligen Mutationen beeinflussen aber die Ausprägung
und den Verlauf (variable Expressivität).
Alle
bisherigen Forschungen legen den Schluss nahe, dass diese Erkenntnisse
auch für unsere Katzen gelten, auch wenn hier die betroffenen Gene
noch nicht nachgewiesen wurden.
Aus den bisher über HCM bei Katzen durchgeführten Studien ergibt
sich kein Hinweis, dass ein erkranktes Tier zwei gesunde Elternteile haben
könnte, d.h. der Erbgang ist auch bei den Katzen dominant bei vollständiger
Penetranz.
Bei der Verpaarung von Katzen, die beide von HCM betroffen sind, kommt
ca. ein Drittel der Kätzchen tot zur Welt, die überlebenden
Tiere entwickeln die Krankheit häufiger, früher und stärker
als Tiere, bei denen nur ein Elternteil betroffen ist.
DIAGNOSE:
Die
einzige sichere Diagnosemöglichkeit ist derzeit eine Ultraschalluntersuchung,
dabei kann HCM auch schon vor dem Auftreten von Symptomen nachgewiesen
werden.
Bei Routineuntersuchungen bemerkte Herzgeräusche können ein
Hinweis auf das Vorliegen von HCM sein, ersetzen aber nicht den Ultraschall.
Da die Erkrankung bei der Geburt meistens nicht präsent ist,
sondern sich erst im Lauf der Zeit entwickelt,
liegt der Zeitraum für eine sichere Diagnose zwischen ein und fünf
Jahren.
Das ist zwar eine große Zeitspanne,erklärt sich aber aus den
obigen Ausführungen zur Genetik von HCM.
Außerdem gibt es noch rassespezifische Variationen,
so entwickeln betroffene Maine Coon-Kater HCM
zwischen 2 und 2,5 Jahren,
Maine Coon-Katzen mit 3 Jahren oder darüber,
andere Rassen erkranken deutlich früher.
Die Ursachen hierfür sind unerforscht .
BEHANDLUNG
UND PROPHYLAXE:
Eine
Behandlung, die Lebenschancen und Lebensqualität deutlich verbessert,
gibt es nicht. Zur Linderung der Beschwerden können Medikamente verabreicht
werden, die die Herzfrequenz vermindern, sowie Aspirin als Thromboseprophylaxe.
Diese Maßnahmen sind der Humanmedizin entlehnt, einen Nachweis der
Wirksamkeit aus der Tiermedizin gibt es meines Wissens (noch) nicht. Die
Aspirinbehandlung muß unter strikter tierärztlicher Kontrolle
erfolgen, eine unkontrollierte Behandlung durch die Halter kann für
das Tier tödlich enden.
Angesichts dieses düsteren Szenarios bleibt eigentlich nur eine konsequente
Prophylaxe, auch wenn diese zwangsläufig nur auf einen sehr kleinen
Kreis unserer Katzen beschränkt bleibt, schließlich stammen
die meisten Stubentiger nach wie vor aus ungeplanten, unkontrollierten
Verpaarungen.Andererseits ist aber der Anteil der Rassekatzen stetig im
Wachsen begriffen, so dass den Züchtern
schon deshalb eine besondere Verantwortung zukommt.
Erste Maßnahme ist natürlich der Ausschluss von Tieren mit
HCM
aus der Zucht.
Dieses scheinbar so leichte Unterfangen wird allerdings erschwert durch
die lange Zeitspanne, innerhalb derer HCM auftreten kann.
Oft genug waren scheinbar gesunde Tiere jahrelang in der Zucht, bevor
die Krankheit in Erscheinung trat.
In solchen Fällen muss ein verantwortungsbewusster Züchter versuchen,
die Besitzer seines Nachwuchses zu informieren und zu einer Untersuchung
zu veranlassen.
Das gilt um so mehr, wenn "verdächtige" Tiere an andere
Züchter verkauft wurden.
Auch wenn immer wieder totgeborene oder früh verstorbene Kätzchen
zu beklagen sind, kann HCM im Spiel sein, ebenso,
wenn Tiere im "besten Alter" bei Stress oder Anstrengung kollabieren
oder gar sterben.
Auch wenn HCM rückwirkend ganze Zuchtprogramme zunichte machen kann,
ist der offene und ehrliche Umgang mit dem Problem der einzige Weg.
Dazu gehört auch der Blick zurück, wenn sich plötzlich
herausstellt, dass ein Urahn des wertvollen Zuchtkaters HCM-Träger
ist.
Sind dann noch Verwandte dieses Katers früh und unter ungeklärten
Umständen gestorben, ist Vorsicht und somit eine Untersuchung angesagt.
Eine nicht minder wichtige Rolle kommt aber auch den Tierärzten zu.
Bei Forschern und Züchtern wird derzeit davon ausgegangen,
dass das wahre Ausmaß von HCM gar nicht bekannt ist.
Dem liegt die Annahme zugrunde, dass bei Todesfällen z.B. im Zusammenhang
mit Routineoperationen selten nach der Ursache gesucht wird.
Für den Besitzer ist es ein Unglück, eine Obduktion wird nicht
in Betracht gezogen. Die Folge ist, dass Züchter, wenn sie überhaupt
vom Tod eines Kätzchens erfahren, die Todesursache nicht kennen,
folglich auch keine Konsequenzen ziehen können.
Hier können Tierärzte durch Aufklärung eine Mittlerrolle
spielen
und die Bemühungen verantwortungsbewusster Züchter unterstützen.
Nicht zuletzt ist dies aber auch ein Appell an die Katzenbesitzer,
den Tod einer Katze nicht auf sich beruhen zu lassen.
Natürlich ist es schwer, nach dem Verlust eines Tieres und meist
teurer Behandlung, sich auch noch für die Obduktion zu entscheiden.
Aber
die Züchter sind auf diese Informationen angewiesen, wenn sie gesunde,
vitale Tiere züchten wollen.
Dies gilt im übrigen nicht nur für die hier geschilderte Problematik.
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